STRATEGY

How to build a Deck... TNG-Federation

Vor kurzem konnte man auf Decipher.com die Decklisten der North American Continentals bestaunen. Immer wieder kann man dabei auf Überraschungen stoßen, wie die Kombination Bioch. Hyperacceleration-Cave In-The Dreamer... Leider hüten die Spieler ihre Zusammenstellkriterien für die Decks oft wie ein Staatsgeheimnis, was es besonders Anfängern schwer macht sich schnell in das Spielgeschehen einzufinden. In diesem Artikel möchte ich anhand des TNG-Fed Integrity Decks einmal meine Gedanken bei der Deckkonstruktion verraten.

Decktypen
Grundsätzlich sind zwei Decktypen zu unterscheiden: Missionsolver und Interaktionsdecks, die versuchen das Spiel des anderen zu stören. Die Ergebnisse auf Turnieren zeigen, dass die Missionsolver (noch) dominieren. Sie sind zudem leichter zusammenzubasteln und können auch mit weniger rares auskommen. Wobei das vorgestellte Deck leider, muss ich zugeben, etwas rare-lastig ist. Zwei Bedingungen sollte ein guter Missionsolver erfüllen: Schnell soll er sein und das enthaltene Personal sollte die Skills für weitverbreitete Dilemmas besitzen. Die Deckgröße sollte 45 Karten nicht überscheiten und die gewählten Missionen sollten von 4-5 Leuten zu lösen sein, um die Schnelligkeit zu gewährleisten. Weiter unten wird auf die Personalauswahl eingegangen werden. Diese Rahmenbedingungen versuche ich bei dem Bau eines Missionsolvers zu beachten.

Der Dilemmapile
Ein Dilemmapile sollte im Idealfall in der Lage sein, große Crews und Teams zu stoppen ohne viele Dilemmas unter die Mission zu befördern (höchstens zwei).Eine mögliche Strategie ist ein ausgewogener Pile, der versucht, die Schwächen jeder Affiliation mit verschiedenen Walls anzusprechen. Es bietet sich das Counterinsurgency Program an, bei dem die benötigten Skills frei wählbar sind. In Verbindung mit Harsh Conditions ist es sogar unpassierbar. Harsh Conditions verstärkt zudem durch die Beschränkung die Effektivität der Walls. Gute Walls in Verbindung mit Harsh Conditions sind Dangerous Liaisions, Captain’s Holiday, Telepathic Deception oder auch Rogue Borg Ambush, Flim-Flam Artist und The Moon’s... Mit Kelvan show of force können neben dem Töten von Schlüsselpersonal auch die Skills des Teams ausspioniert werden. Die meisten Spieler achten bei der Deckkonstruktion auf den Main-Stream, also auf Dilemmas die sehr häufigzu sehen sind. Es kann sich also lohnen gegen den Strom zu schwimmen. So ist zu beobachten, dass Stricken dumb etwas weniger Verwendung findet. Massenstopper wie So many enemies, Murder Investigation, Picking up... sind also lohnend. Auch das günstige Chula: Echoes erweist sich wieder als effektiv. Was space-Missions betrifft, führt (noch) kein Weg an Gomtuu vorbei. Auch The Dreamer… fand seinen Weg in den Pile zur Abwehr gegnerischer Counterinsurgency Programs.

Der Schwerpunkt
Der erste Schritt, den ich beim Deckbau vornehme ist, dem Deck einen Fokus, einen Schwerpunkt zu suchen, einen Spielmechanismus den ich für effektiv und spaßig halte, um den herum sich das Deck aufbaut. Bei dem vorliegenden Deck waren es Picard, running a tight ship und die Enterprise-D, mit deren Bonuspunkten man zahlreiche neue Karten nutzen kann (Field Studies, Endangered, At what cost?). Aus dieser Wahl heraus folgte um die Eingangskriterien von Schnelligkeit und Skillabdeckung zu erfüllen, der weitere Bau. Es waren drei Space-Missions im Alpha-Quadranten zu wählen, zwei mit Diplomacy. Es ergaben sich Host Metaphasic... und Amnesty Talks. Diese Missionen bestimmten die weitere Struktur des Decks. Es wurde zu einem Fed-Diplo-Integrity Deck, da um die Missionen zu viert lösen zu können, muss ein großer Teil der Leute hohe Integrity Werte und die Skills der Missionen aufweisen. Als weitere Missionen wählte ich Inv. Maquis Activity und Inv. Alien Probe wegen der niedrigen Integrity-Anforderung. Nun mussten die Leute ergänzt werden, die die Missionsskills abdecken und ein Lösen zu viert ermöglichen, also auch hohe Integrity besitzen. So stiessen zu Picard Riker, Andrea Brand, Janeway (nebst Download) Miles, Vash, Troi, Maques, Robin Leffler, Aaron Connor und Guinan, die At what cost ? auch ohne gelöste Mission ermöglicht. Um die Schnelligkeit zu gewährleisten sollte zudem auf das Kostenverhältnis der Personen geachtet werden. Das Gros der Leute sollte aus 2-cost-personnel bestehen. Auf der Seite der Nicht-Personnels ergänzte ich das Eventgerüst Running…, Endangered, at what cost? und Field Studies um Mutual Advantage und Manheim Effect als Futter für das Counterin. Pr. bzw. Möglichkeit es zurückzuerhalten.

Das Drumherum
Nun gilt es das zweite Kriterium zu erfüllen, also diejenigen Leute zu ergänzen, die die Skelett-Crew befähigen die Dilemmas schnell und unbeschadet zu überwinden. Wichtig ist das Setzen von Prioritäten, man kann nicht alles in das Deck integrieren, die Schnelligkeit wäre zu stark beeinträchtigt. Man muss das Risiko wagen gegen bestimmte Dilemmas und Decktypen anfällig zu sein. Ein Risikofaktor des Fed-Decks ergibt sich aus der Missionsstruktur. Da der Schwerpunkt auf Spacemissionen liegt, müssen die hinzugegebenen Leute auch durch die Mainstream-Spacedilemmas kommen, die natürlich andere als auf den Planeten sind. Zu diesen Dilemmas zähle ich Graviton Elipse/Quantum Filament, Gravimetric Distortion, Gomtuu, Personal Duty. So addierte ich Wesley, Lenara Khan (hat auch psychologischen Effekt: Rite of Emergence) und Serova, die alle Graviton-Dilemmas im Alleingang ausschaltet. Reginald Barclay fand seinen Weg wegen Skills und Sonderfähigkeit in das Deck, erlaubt sie doch hin- und herfliegen zwischen den Spacemissions und dem Headquaters, um im zweiten Attempt die Personenzahl zu reduzieren. Gegen die Tsiolkovsky-Infection sollte Beverly Crusher helfen, der Sondertext den Schaden von Killerstrategien abmildern. Gegen Personal Duty fügte ich 2 Stricken Dumbs ein. Es waren nun 17 Leute gewählt, höchstens 25 sollten es werden und dies stellt den Risikofaktor des Decks dar. Zur Abdeckung möglicher Planet-Dilemmas waren nur noch 7-8 Slots frei. Verbreitete Dilemmas sind Test of Wisdom, Whisper in the Dark, Captain’s Holiday, Picking up… und Dangerous Climb. Ausserdem musste auch gegen gute Dual-Dilemmas wie Center of Attention, Dangerous Liaisons, Racial Tension und Chula: Echoes etwas unternommen werden. Das Skelett selbst hatte durch die enthaltenen Honor, Officer, Diplo und Law keine Probleme mit Test of Wisdom, Formal Hearing und Gomtuu und auch Whisper in the Dark kann dank der enthaltenen Transporters überkommen werden. Gewichtig war das Fehlen von 1er Personal, Security und Treachery. Zu viel Treachery hätte aber das Lösen mit wenigen Leuten behindert, so beschloss ich das Risiko einzugehen und neben Vash nur Sloan zu integrieren, der neben 2 Treachery, seiner Sonderfähigkeit auch 2 Security besitzt. Um über ausreichend Security zu verfügen, addierte ich 3x Lopez (kostet 1, darf in keinem TNG-Deck fehlen J) und Worf um das Lösen mit Wenigen noch effektiver zu machen. Mit Guinan, Serova, Wesley und Pran Tainer sind genug Leute mit Cunning 7 gegen Chula vorhanden. Das Skelett wurde mit Seth Mendoza aufgestockt, gegen die Geo-Dilemmas addierte ich nur Pran Tainer, ein weiterer Risikofaktor. Auch das Fehlen von Treachery macht das Überkommen von Assassination Attempt und Harsh Conditions/Dangerous Liaisons schwierig. Dennoch behielt ich die Schwächen zugunsten der Schnelligkeit bei, da ich glaubte, ein Abnehmen der Verwendung der Skeleton-Crew zu beobachten. Und in der Tat: auf dem Turnier in Hannover verwendete nur Christian Zipper die Crew und nebendran auch noch Dangerous Liaisons und Assassination Attempt. Das Spiel wurde denkbar knapp, Shady Ressources, Escape oder die Emergency Transporter Armbands wären eine Alternative. Mit Guinan, Serova, Wesley und Pran Tainer sind genug Leute mit Cunning 7 gegen Chula vorhanden. Abschließend möchte ich stichpunktartig noch einmal festhalten, welche Schritte/Bedingungen ich bei dem Bau eines Missionsolvers beachte.So, das war’s. Ich hoffe der Artikel gefällt. Lob und Kritik könnt ihr, wenn ihr wollt per mail schicken oder im Forum posten.

Beispieldeck
Event
At What Cost? x3
Endangered x3
Field Studies x2
How Would You Like a Trip to Romulus?
Mutual Advantage x2
Running a Tight Ship x3
The Manheim Effect x2
Interrupt
Stricken Dumb x2
Personnel
Aaron Connor
Andrea Brand
Beverly Crusher-Chief Medical Officer
Deanna Troi-Ship’s Counselor
Guinan x2
Jean-Luc Picard-Starship Captain x2
Kathryn Janeway
Maques
Miles O’Brien-Transporter Chief
Lenara Khan
Lopez x3
Luther Sloan
Pran Tainer
Reginald Barclay
Robin Lefler
Serova
Seth Mendoza x2
Vash-Trasure Hunter
Wesley Crusher
William T. Riker-Number One
Worf-Security Detail Leader
Ship
USS Enterprise-D-Explorer x2
USS Excelsior x2

Sebastian Kirstein