STCCG in England

Fractured Time Sealed Deck Turnier in London

Es ist doch schon ein paar Jahre her, seit ich zum letzten Mal eine Partie STCCG gespielt habe. Damals war das noch First Edition, aber nach Blaze of Glory mußte ich dieses Hobby leider aus permanentem Mangel an Geld und Mitspielern aufgeben. Seither habe ich die weitere Entwicklung des Spiels fast nur noch über die decipher-Website verfolgt, und mit großem Interesse die überarbeitete Second Edition beobachtet, habe jedoch lange gezögert, bevor ich wieder eingestiegen bin. Erst Necessary Evil hat mich vor ein paar Monaten überzeugt neu anzufangen, und so hab ich mir nach und nach ein paar booster geholt um vielleicht irgendwann wieder „richtig“ zu spielen.

Ein Problem für mich ist nach wie vor die geringe Spieleranzahl in meiner Gegend (Niederbayern würde ich nicht unbedingt als das Epizentrum der Subkultur bezeichnen). Doch wie es der Zufall so wollte, hat es mich nun studienbedingt nach Reading, einen Ort etwa 70km westlich von London, verschlagen. Somit also ideal um an den dortigen Turnieren teilzunehmen. Über die decipher message boards habe ich Kontakt mit Nick Yankovec aufgenommen. Am 31.10. traf ich mich dann mit Nick und Doug Hughes, dem frischgebackenen UK-Champion, in London zum Frühstück und nahm nachher an meinem ersten 2E-Turnier teil.

Das Turnier war ein Fractured Time Sealed, also ein Format in dem ich auch als Neuling nicht völlig aussichtslos war. Doch als ich die Box öffnete und die Dominion-Starterbox sah, war es gleich wieder aus mit der Freude. Die Dominion-Karten kenne ich von allen Fraktionen bisher am wenigsten, und so hatte ich meine liebe Mühe die passenden Leute für die Missionen aus den Boostern zu fischen. Schließlich wanderten nur ein non-aligned 1-cost Exobiology Personnel und der uncommon Weyoun in mein Deck, der mit Exobiology, Leadership und Treachery immerhin drei der vier Skills für Rescue Prisoners of War hat. Ansonsten nahm ich noch die beiden Dom-Personnel aus FT mit an Bord, sowie den Traveller, Daniels und Smiley. Die Interrupt-Karten „Explicit Orders“ und „The Founder is Wise“ sollten mir bei den Dilemmas helfen, ansonsten waren nur Personnel und Schiffe im Deck. An Dilemmas nahm ich die aus dem Starter, dazu die drei FT-Dilemmas und das einzige Rare-Dilemma das ich gezogen hatte, Dangerous Climb.

1. Runde: Doug Hughes (Dominion)
Doug hatte wie ich das Dominion bekommen, so daß wir fast identische Decks und natürlich die gleichen Missionen hatten. Da aber niemand mit Combat/Engagement spielte war dies fast unerheblich. Ich war, wie nicht anders zu erwarten war, ziemlich nervös, reportete ein wenig, und begann als erster eine Mission, aber Doug konnte mich mit Tragic Turn und einem einfachen Stopper-Dilemma aufhalten. Doug versuchte nun die gleiche Mission zu lösen, doch da sein Tragic Turn ja noch an der selben Location lag konnte ich ihn ebenfalls leicht stoppen. Im zweiten Anlauf löste ich dann meine Mission, blieb aber an der nächsten hängen, und von da an ging es steil bergab. Doug spielte den neuen Borath aus FT aus und hatte das Glück von nun an in jedem Zug selber ein Personnel auf die Hand nehmen zu dürfen, während ich einen Jem’Hadar nach dem anderen discarden mußte. Damit wurden die Strength-Missionen ungleich schwieriger, und so verlor ich dieses Spiel schließlich auch 35:100.

2. Runde: Mark Radford (DS9)
Mark hatte ein DS9-Deck in seiner Box. Das Spiel verlief ähnlich wie das erste, ich konnte anfangs zwar noch munter mitspielen und ihn auch an einer Mission drei Runden lang aufhalten, schaffte es aber selber wieder nur eine einzige zu lösen. Pech beim Ziehen meiner Dilemmas und eine gehörige Portion Unvermögen beim Ausspielen derselben ermöglichten Mark einen vergleichsweise schnellen Sieg, auch da er dank Security Drills an meinen wenigen aussichtsreichen Dilemmas schnell vorbei war. Ich setzte zwar dieses Mal, wie Doug zuvor, den neuen Borath ein, doch Mark deckte jedes Mal einen anderen Kartentyp als ich auf. An meine Interrupts kam ich auch nicht heran. In diesem Spiel funktionierte einfach gar nix. Ebenfalls 35:100.

Mit zwei Niederlagen erhielt ich in der dritten Runde das Bye und nutzte die Zeit mein Deck ein wenig umzubauen und den anderen Spielen zuzusehen. Da außer den Dominion-Decks von Doug und mir noch 3 DS9 und 2 TNG-Decks dabei waren, packte ich mein Crowd Control rein um den vielen 1-cost Personnel etwas entgegensetzen zu können. Außerdem warf ich ein paar Personnel raus um vielleicht ein wenig schneller zu sein.

4. Runde: Nick Yankovec (DS9)
Gegen Nick konnte ich früh mein Crowd Control spielen und ihn so zumindest beim reporten ein wenig ausbremsen. Wir begannen im Gleichschritt unsere Missionen und konnten relativ früh jeweils eine lösen. Ich entschied mich diesmal ein wenig auf Risiko zu spielen und mein Tragic Turn nicht gleich einzusetzen, sondern zu hoffen es später noch mal mit besseren Dilemmas auf die Hand zu bekommen. Außerdem zog ich in diesem Spiel endlich meine beiden Interrupts früh genug und konnte mich damit noch durch meine 2-Diplomacy/Medical/Honor-Mission mogeln. Schließlich standen auf beiden Seiten zwei gelöste Missionen zu Buche, und Nick konnte mich an meiner letzten Mission nur noch mit Temporal Misalignment aufhalten und konsumierte 5 Dilemmas. Dies hätte für mich in der nächsten Runde automatisch den Sieg bedeutet, da ich mit 5 Leuten lösen konnte und keine Art von Dilemma-Manipulator im Spiel war. Nick setzte also alles auf eine Karte begann seine letzte Mission mit 15 Leuten. Das waren mehr als genug um mein Tragic Turn wieder zu ziehen, und zusammen mit einem Limited Welcome waren sofort 12 seiner Leute gestoppt und ich konnte im Gegenzug meinen ersten Sieg in einem 2E-Spiel einfahren.

Das Endergebnis sah dann so aus:Alle anderen Spieler teilten sich mit jeweils 8 Punkten den dritten Platz.

James hatte das Glück in seinen Boostern zwei rare Dilemmas zu finden, und in seinem TNG-Deck hatte er mit Kirk noch eine weitere mächtige Karte; wenn man dazu noch mit „The Edge of Forever“ einfach mal so nebenher die Future Enterprise mit ihren 10 Range praktisch umsonst spielen kann, dann ist das schon ein nicht zu verachtender Vorteil. Ich jedenfalls war mit dem Turnier sehr zufrieden, die Leute waren allesamt sehr nett, und haben mich überzeugt wieder richtig mit diesem Hobby anzufangen. Wir haben uns dann noch schnell auf einen Termin für ein Reflections-Release-Turnier geeinigt, und mit einer Menge uncommon-Kartenspenden, einem 10th-Anniversary-Set und ein paar Promokarten als Preis machte ich mich dann abends auf den Heimweg nach Reading. Alles in allem jede Menge Spaß und Karten für nur 1 Pfund Startgebühr.

Johannes Klarhauser